In meiner Arbeit geht es mir weder um eine bestimmte Pflanze noch um eine botanisch korrekte Darstellung der Gewächse. Vielmehr verstehe ich die Pflanze als Idee eines schöpferischen Geistes der einmal in dieser und ein andermal in jener Form materialisiert.

Ein ungeheuer beeindruckender künstlerischer Akt, der mich inspiriert und mir Lust macht diese Idee zu studieren und beobachtete Gesetzmäßigkeiten in Formen und Zeichen umzusetzen.

Ebenso suche ich in Pflanzen, ihrem Wuchs und ihrer „Körperhaltung“, Pendants zu Seelenzuständen. Sie sind ein Zitat und bieten sich an als Symbole für menschliche Bewußtseinszustände. Für das Innen, Gefühle, das Unsichtbare, für Träume und das Geahnte finden sich Pflanzen im Bild und bieten eine visuelle Form als Resonanz zur Seele.

Was ist Kreativität oder das Schöpferische am „ins Chuchechäschtli luege“ – schweizerdeutsch für „Löcher in die Luft kucken“?

Langes Glotzen in den inneren Bildschirm mit offenen Augen. Ich tu´s so gerne – immer wieder. Es ist wie das versonnene Betrachten eines Fischschwarmes. Irgendwo in diesem flüssigen, mäandernden Fliessen besteht ein Durchlass, ein Einlass zum Pool der unbegrenzten Dinge. Bilder kommen und gehen wie das leise Schieben und Ziehen des Meerwassers. Manche Bilder bleiben hängen und gewinnen an Form, manche fülle ich unbewusst mit Inhalt, andere werden von der Strömung wieder mitgezogen in den unendlichen Raum der Möglichkeiten. Aber manche gewinnen an Prägnanz und treten hervor und werden zu so etwas wie einer Idee und fordern Handlung. Realisiere mich!

Dann ist es Zeit ins Atelier zu gehen und etwas in die Hand zu nehmen und sich damit zu bewegen. Mit Farbe und Papier, mit Platten und Pflanzen zu tanzen.

„We do not walk alone
Great Being walks beside us
know this and be grateful“

Polingaysi Qoyawayma, Hopi Native, born 1892